Unterhalt volljähriger Kinder

Auch volljährige Kinder haben gegenüber ihren Eltern einen Unterhaltsanspruch gemäß § 1601 BGB.

In der Regel hat bei Minderjährigkeit des Kindes der betreuende Elternteil keinen Barunterhalt zu leisten. Den Barunterhalt hat allein der andere Elternteil zu zahlen.
Dies ändert sich bei Volljährigkeit des Kindes. Hier besteht grundsätzlich eine anteilige quotenmäßige Haftung beider Elternteile gemäß § 1606 Abs. 3 Satz 1 BGB. Die Anteilsquote am Barunterhalt der Eltern richtet sich jeweils nach deren Erwerbs- und Vermögensverhältnisse. Soweit das volljährige Kind bei einem Elternteil lebt, gilt in solchem Fall die Düsseldorfer Tabelle.
Grundsätzlich ist jetzt das anrechenbare Einkommen beider Eltern zusammenzurechnen und aufgrund des zusammengerechneten Einkommens der Eltern der Unterhaltsbedarf des volljährigen Kindes anhand der jeweiligen Stufe der Düsseldorfer Tabelle zu ermitteln. Zu beachten ist insoweit, dass jedem Elternteil gegenüber dem nicht privilegierten volljährigen Kind im Regelfall 1.300,00 € als angemessener Selbstbehalt verbleiben dürfen. Dies bedeutet, dass soweit ein Elternteil über ein anrechenbares Einkommen verfügt, dass unterhalb des Betrages von 1.300,00 € liegt, dieser Elternteil keinen Unterhalt zu leisten hat. Dann ist der Bedarf des Kindes allein nach dem Einkommen des Elternteils anhand der Düsseldorfer Tabelle zu ermitteln, der ein Einkommen über dem Selbstbehalt hat.
Der Selbstbehalt von 1.300,00 € gilt allerdings nur für nicht privilegierte volljährige Kinder.
Für privilegierte volljährige Kinder, das heißt, für Kinder die bei Erreichen der Volljährigkeit noch bei einem Elternteil leben und sich noch in allgemeiner Schulausbildung befinden, gilt ein Selbstbehalt von 880,00 € und bei Erwerbstätigkeit des Pflichtigen von 1.080,00 €.
Sind beide Eltern leistungsfähig so wird der jeweilige Unterhaltsanteil quotal nach dem jeweiligen Erwerbs- und Vermögensverhältnissen des Elternteils berechnet.
Es ist noch darauf hinzuweisen, dass die Veränderungen des Unterhaltsanspruches des Kindes mit dem Tag der Volljährigkeit eintreten und nicht erst zum Ende des Monats, in dem das Kind 18. Jahre alt wird. Da das volljährige Kind mit dem 18. Lebensjahr geschäftsfähig ist, entfällt mit dem 18. Lebensjahr des Kindes das Sorgerecht der Eltern. Das volljährige Kind muss sich nunmehr selbst um die Durchsetzung seines Anspruches gegenüber den Eltern kümmern. Der Unterhaltsberechtigte hat den Unterhalt auch nicht mehr an den Elternteil, sondern direkt an das unterhaltsberechtigte volljährige Kind zu zahlen.

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