Umzug mit minderjährigem Kind

Umzug mit minderjährigem Kind bei gemeinsamem Sorgerecht der getrenntlebenden Eltern


In der Regel behalten beide Eltern bei Trennung und Scheidung das gemeinsame Sorgerecht für ihre minderjährigen Kinder.

In Angelegenheiten des täglichen Lebens hat der Elternteil, bei dem ein Kind lebt, die Befugnis zur alleinigen Entscheidung. Dazu gehören folgende Themen: 

  • Kleidung
  • Freizeit
  • Taschengeld
  • Besuche bei Verwandten und Freunden usw.

In wichtigen Angelegenheiten müssen beide Eltern gemeinsam eine Entscheidung herbei führen.

Das betrifft z.B.
  • Entscheidungen bei medizinischen Eingriffen,
  • die Wahl der Religion,
  • Schulwahl und
  • Auch den Aufenthaltswechsel

Eine wichtige Angelegenheit im Sinne des Sorgerechts das Aufenthaltsbestimmungsrecht, das besagt, dass beide Eltern, wenn sie das Sorgerecht teilen,sich auch gemeinsam über den Aufenthaltsort des Kindes einigen müssen. So mag der Aufenthaltsort bei einem Tagesausflug noch frei entscheidbar sein, ohne den anderen Elternteil zu benachrichtigen. Bei einem Urlaub liegt die Sache schon wieder ganz anders – und erst recht bei einem Umzug. Bei einem Umzug mit Wohnortwechsel ist deshalb das Einverständnis des ebenfalls sorgeberechtigten, nicht betreuenden Elternteils nötig.


Ein Umzug verändert die Lebensumstände eines Kindes sehr stark. Dies betrifft nicht nur eine neu Umgebung, eine andere Schule, den Schulweg, das Verlassen der Freunde, sondern auch den veränderten Kontakt zu Familienmitgliedern, wie Großeltern oder einen zurückbleibenden Elternteil.

In manchen Fällen wird es sich vielleicht nur um einen Umzug im selben Stadtviertel oder in dem gleichen Wohnblock handeln. Dennoch mag der getrennt vom Kind lebende Elternteil berechtigte Gründe gegen einen Umzug haben und muss deshalb sein Einverständnis geben können. Sollte also beispielsweise die Mutter, bei der das Kind lebt, wegen eines neuen Partners oder einer neuen Arbeitsstelle einen Umzug planen, ist es notwendig, dass sie dies mit dem Vater des Kindes bespricht und dessen Zustimmung einholt.

Ein Umzug gehört nicht zu den Entscheidungen, welche z. B. die Mutter alleine treffen kann. Zieht die Mutter dennoch ohne das Einverständnis des Vaters um, macht sie sich sogar der Kindesentziehung (Entziehung Minderjähriger) schuldig und muss mit hohen Strafen rechnen.

Hat nun der Vater das Gefühl, dass durch den geplanten Umzug seine Beziehung zu dem Kind gefährdet ist oder sein Sorgerecht oder auch seine Besuchsmöglichkeiten behindert werden, kann er die Erlaubnis für den Umzug verweigern. Besteht die Mutter dann trotzdem darauf, umzuziehen, kann sie dies gerichtlich entscheiden lassen.

Sie kann dann bei Gericht beantragen, dass ihr die Befugnis seitens des Gerichts erteilt wird, die Entscheidung in einer einzelnen Angelegenheit selbst zu treffen.

Das Familiengericht wird dann versuchen, mit Blick auf das Kindeswohl zu entscheiden.

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